Fairy Dusting: warum lange Zutatenlisten oft wenig aussagen

Teil 2 des Entwicklungstagebuchs: was Fairy Dusting ist, wie man es auf dem Etikett erkennt und warum wir den umgekehrten Weg gegangen sind.

In der Branche gibt es einen Begriff dafür, und er klingt hübscher, als die Sache ist: Fairy Dusting. Gemeint ist, dass eine Zutat nur in Spuren zugesetzt wird, damit sie auf dem Etikett stehen darf. Sie erscheint in der Liste, sie klingt gut, und sie kostet fast nichts.

Warum das funktioniert

Weil wir Etiketten wie Leistungsverzeichnisse lesen. Zwanzig Zutaten wirken sorgfältiger als sechs. Der Gedanke dahinter ist verständlich, nur stimmt er nicht: Entscheidend ist nicht, ob etwas enthalten ist, sondern wie viel. Wenn ein Stoff in Untersuchungen in einer bestimmten Größenordnung eingesetzt wurde und ein Produkt liegt weit darunter, dann lässt sich aus diesen Untersuchungen für das Produkt schlicht nichts ableiten.

Woran du es erkennen kannst

  • Die Reihenfolge. Zutaten stehen nach abnehmendem Anteil. Was hinten steht, ist wenig. Was ganz hinten steht, ist sehr wenig.
  • Sammelbegriffe ohne Einzelmengen. Ein „Kräuterkomplex 250 mg“ aus acht Pflanzen sagt nichts darüber, wie sich diese 250 mg verteilen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die Einzelangabe keine Kür, sondern vorgeschrieben: die Mengen der Nährstoffe und der sonstigen Stoffe mit ernährungsspezifischer Wirkung müssen ausgewiesen werden. Wer sie hinter einem Sammelbegriff versteckt, ist nicht nur unpräzise, sondern nicht regelkonform.
  • Rechne gegen das Volumen. In eine übliche Portion passt eine begrenzte Menge Pulver. Wer zwanzig Positionen aufführt, kann von keiner davon viel drin haben. Das ist reine Physik.
  • Extrakte ohne Standardisierung. „Extrakt“ allein sagt nichts. Ohne Angabe, worauf standardisiert wurde, ist die Menge nicht einzuordnen.

Der umgekehrte Weg

Für unsere eigene Formel habe ich es andersherum gemacht. Erst die Frage: Welche Bestandteile sind für diese Zielgruppe überhaupt sinnvoll und wie viel davon wurde in der Forschung tatsächlich eingesetzt? Dann die Frage: Wie viele davon passen in eine Tagesportion, ohne dass ich bei einem davon nach unten abweichen muss?

Die Antwort war ernüchternd und befreiend zugleich. Es blieben deutlich weniger Positionen übrig, als ich ursprünglich auf dem Zettel hatte. Jede Zutat, die ich gestrichen habe, hat den Platz für die verbliebenen größer gemacht. Ein Etikett mit wenigen Zeilen sieht auf den ersten Blick unspektakulär aus. Auf den zweiten ist es das ehrlichere Dokument.

Was das für dich heißt

Du musst dafür nicht auf unser Produkt warten. Nimm das nächste Mal die Dose in die Hand, die bei dir zu Hause steht, und prüf die vier Punkte oben. Bei den meisten Produkten dauert das keine zwei Minuten, und du weißt danach mehr als aus jeder Produktbeschreibung.

In Entwicklung

Wir entwickeln gerade unsere eigene Formel für Golf, Tennis und Padel.

Entwickelt in Nümbrecht, hergestellt und laborgeprüft in Deutschland, vegan. Wir dokumentieren jeden Schritt öffentlich.

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Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Oliver Berfelz, Gründer VitaSpice
Oliver Berfelz Ernährungsberater A-Lizenz & Food Coach | Ehemaliger Sternekoch | Gründer VitaSpice

Oliver Berfelz verbindet jahrzehntelange Erfahrung in der Spitzengastronomie mit fundiertem Ernährungswissen. Als Gründer von VitaSpice entwickelt er hochwertige, laborgeprüfte Supplements, abgefüllt und laborgeprüft in Deutschland.

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