Was eine Verkehrsfähigkeitsprüfung ist und warum sie Wochen dauert

Teil 5 des Entwicklungstagebuchs: der unsichtbarste und wichtigste Schritt vor dem Verkauf.

Es gibt in diesem Projekt einen Arbeitsschritt, den kein Kunde je sieht, der aber darüber entscheidet, ob ein Produkt überhaupt verkauft werden darf: die Verkehrsfähigkeitsprüfung.

Wer prüft hier eigentlich was

Ein weit verbreiteter Irrtum: Nahrungsergänzungsmittel werden nicht von einer Behörde zugelassen. Es gibt kein Amt, das ein Produkt vorab genehmigt. Die Verantwortung liegt vollständig beim Unternehmen, das es in den Verkehr bringt. Überprüft wird hinterher, durch die Lebensmittelüberwachung, und dann muss alles stimmen.

Eine Pflicht gibt es trotzdem. Wer ein Nahrungsergänzungsmittel erstmals in den Verkehr bringt, muss es dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anzeigen und dabei ein Muster des Etiketts einreichen. Das ist keine Genehmigung, niemand prüft dabei die Rezeptur oder gibt sie frei. Es ist eine Meldung, sie gilt je Produkt, und ohne sie darf nicht verkauft werden.

Deshalb lässt man vorher prüfen, freiwillig, meist durch spezialisierte Kanzleien oder Sachverständige. Angesehen wird unter anderem:

  • Sind alle Zutaten für Lebensmittel zugelassen und in der eingesetzten Menge zulässig?
  • Werden empfohlene Höchstmengen eingehalten?
  • Ist die Kennzeichnung vollständig: Zutatenverzeichnis, Nährwerte, Nettofüllmenge, Verzehrempfehlung, Pflichthinweise?
  • Sind alle Aussagen auf Verpackung und Website zulässig?

Der letzte Punkt ist der strengste

Was man über ein Nahrungsergänzungsmittel sagen darf, ist europaweit geregelt. Erlaubt sind ausschließlich Aussagen, die in einer offiziellen EU-Liste stehen. Umformulieren darf man sie, das ist ausdrücklich vorgesehen, damit sich eine Angabe in jeder Sprache natürlich lesen lässt. Die Bedeutung muss dabei dieselbe bleiben und darf niemanden in die Irre führen. Für eine ganze Reihe beliebter Pflanzenstoffe gibt es überhaupt keine zugelassene Aussage. Das heißt nicht, dass sie nichts taugen. Es heißt, dass ich als Anbieter dazu schweigen muss.

Wer aufmerksam liest, erkennt daran gute von schlechten Anbietern. Ein Etikett, das große Versprechen macht, ist kein Zeichen von Mut, sondern von fehlender Prüfung.

Warum das Wochen dauert

Weil die Prüfung erst dann sinnvoll ist, wenn wirklich alles feststeht. Solange sich die Zusammensetzung oder die Portionsgröße noch um eine Kleinigkeit ändern kann, prüft man einen Zwischenstand und darf später noch einmal zahlen. Also wartet man, bis der Hersteller die endgültigen Werte geliefert hat, lässt prüfen und gibt erst danach den Druck frei.

Das ist die unspektakulärste Phase eines solchen Projekts und gleichzeitig die, in der man am meisten falsch machen kann. Wir gehen sie gerade.

In Entwicklung

Wir entwickeln gerade unsere eigene Formel für Golf, Tennis und Padel.

Entwickelt in Nümbrecht, hergestellt und laborgeprüft in Deutschland, vegan. Wir dokumentieren jeden Schritt öffentlich.

Zum Entwicklungstagebuch

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Oliver Berfelz, Gründer VitaSpice
Oliver Berfelz Ernährungsberater A-Lizenz & Food Coach | Ehemaliger Sternekoch | Gründer VitaSpice

Oliver Berfelz verbindet jahrzehntelange Erfahrung in der Spitzengastronomie mit fundiertem Ernährungswissen. Als Gründer von VitaSpice entwickelt er hochwertige, laborgeprüfte Supplements, abgefüllt und laborgeprüft in Deutschland.

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